Fall and Rise of House Ravenroot

Segel am Horizont

Akt III

Es waren zweifellos Ironborn, die an der Küste der Fetchboroughs gelandet waren, und neben dem Schiff, das gerade an Land gezogen wurde, tauchten auch schon zahlreiche weitere am Horizont auf. Es war, wie schon in der Woche zuvor, ein heißer, sonniger Tag, doch konnte dies Rhiannon Ravenroots Stimmung nicht aufhellen. Sie befand sich, zusammen mit sieben verängstigten Mönchen, in einem kleinen Kloster, auf einer Klippe, von der man eine gute Sicht auf die Küste hatte. Mit Erschrecken musste sie festellen, dass nur ein Teil der Schiffsbesatzung eben jenes an Land zog, während der andere Teil bereits zum Kloster unterwegs sein musste. Ihre Befürchtungen wurden bestätigt, als jemand am kleinen Tor des Ordenshauses zu rütteln und zu schlagen begann, und schon bald gesellte sich schon das Splittern von Holz dazu. Bruder Albert klärte die junge Kriegerin auf, dass es diese Situation bereits vor 28 Jahren gegeben hatte: Es war Bruder Caern gewesen, der den Mönchen die Flucht durch einen geheimen Fluchttunnel in der Zisterne ermöglichte, während er die Angreifer aufhielt, doch musste er für seinen Heldenmut mit seinem Leben bezahlen. Die Mönche hatten seine pfeilgespickte Leiche später unter einem Dutzend Ironborn gefunden, die es anscheinend nicht mehr gewagt hatten irgendwas zu plündern.

Rhiannon wollte nur ungern in die Fußstapfen des berühmten Kriegers treten, doch sah sie sich schnell gezwungen die Verteidigung des Hofes zu übernehmen, während die Glaubensbrüder der Reihe nach durch die Zisterne flohen. Schon bald war das Tor zerstört und Rhiannon nutzte die Enge des Durchgangs zu ihrem Vorteil. Gleich als der erste Plünderer durch das Tor schritt, erschlug sie ihn mit einem einzigen Hieb ihres Bastardschwerts. Der zweite Angreifer zwängte sich durch das Tor und wurde durch seinen zusammengebrochenen Kameraden so sehr gestört, dass die Wölfin ihn ebenso mühelos niederstreckte. Auch ein dritter Ironborn ertrank bald in seinem eigenen Blut, nicht fähig auf die Fehler seiner Vorgänger zu reagieren. Die restlichen fünf Ironborn formten daraufhin einen Schildwall etwa zehn Schritte vor dem Tor, nicht gewillt ihr Leben einfach wegzuwerfen. Rhiannon nutzte die kurze Zeit um Bruder Albert als letzten durch die Zisterne zu verabschieden, das Seil zu durchtrennen und anschließend zu ihrem Pferd zu stürmen. Mit einem lauten Wiehern und donnerndem Getrampel stürzte sie mit ihrem Ross durch das niedrige Tor und auf die Seeräuber zu. Diesen versagten anschließend die Nerven und stoben auseinander, bis auf den einen Narren in ihrer Mitte, der sich nicht zwischen links und rechts entscheiden konnte. In vollem Galopp ritt Rhiannon über den Mann hinweg, seinen Schild und seine Knochen zertrümmernd und verschwand sogleich im Everdark Forest.

Nymeria Rivers kehrte in der Zwischenzeit von ihrer Lösegeldverhandlung zurück. Ravenroot Hall war in völliger Alarmbereitschaft. Lady Ravenroot wurde nur noch zu den Mahlzeiten in der Halle gesehen und verbrachte ihre Zeit überwiegend im Götterhain. Thorren Flint drillte die Truppen mit übertriebener Härte, nur um Abends in der Dorftaverne oder seiner Unterkunft zu verschwinden und am nächsten Morgen schlecht gelaunt und nach Alkohol stinkend wieder hervorzukriechen. Die Schmuggler indes erwarteten für die künftige Zeit das Schlimmste: Entweder würden sie von den angreifenden Ironborn erschlagen, oder von den Ravenroots aufgeknüpft.

Ser Maron Ravenroot und Maester Pygmalion setzten ihre letzten Nachforschungen in Blackrock Castle und Rockbottom fort. Ser Damian Blackrock versicherte nochmal mit seinem Vater zu sprechen und kündigte seine Hilfe in den kommenden Kämpfen an. Dem Maester kam indes die Idee, dass viele Septen ebenfalls einfache Chroniken für ihre Gläubigen verwalteten, und so beschlossen die beiden der Septe des Dorfes einen Besuch abzustatten. Tatsächlich fanden sie dort Septon Leofric vor, einen recht groß und breitgebauten Priester vor, der ihnen eine schriftliche Chronik zeigen konnte. Während der Maester die Einträge studierte, erfuhr der alte Ritter, dass Septon Leofric ein Veteran von Roberts Rebellion war. Er hatte nach den blutigen Kämpfen beschlossen sich zurückzuziehen und für die Gefallenen zu beten, doch musste er feststellen, dass seine Gebete stets den Krieger bevorzugten und er die alten Zeiten vermisste. Ser Maron ermunterte ihn daraufhin wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren und die Seelen seiner Mitstreiter zu beschützen. Der Maester fand indes Hinweise darauf, dass vor mehr als zwanzig Jahren ein gewisser Garlan von einer Frau namens Lydeah geboren worden war, mit dem Vermerk, dass die Mutter auf der edlen Herkunft des Neugeborenen beharrte. Leider war die Mutter bereits vor einigen Jahren gestorben, was ein persönliches Gespräch schwierig machte. Enttäuscht mussten die beiden ihre Untersuchung an dieser Stelle beenden, doch mit Rhiannons Erkenntnissen kombiniert, schien es tatsächlich Hinweise darauf zu geben, dass der gefürchtete Redhammer ein Nachfahre von Caern, dem Mächtigen, sein könnte. Und doch leider keinen der sieben gesuchten Dolche besaß. Die beiden kehrten daraufhin wieder nach Ravenroot Hall zurück.

Ser Makes Lannister sammelte indes erste Erfahrungen als Truppenkommandant eines undisziplinierten, grünen Haufens. Bald fiel ihm auf, dass die Soldaten beim Aufbau des Nachtlagers ihre Zelte kreuz und quer über die Fläche verteilten und der junge Löwe hatte einige Mühe seinen Truppen klarzumachen, dass mehr Ordnung wünschenswert wäre. Sein neuer Knappe Petyr erwies sich als gehorsam, unerfahren, doch lernfähig. Eigenschaften, die dem Rest der Truppe nicht unbedingt zuzuordnen sind. Und so dauerte Makes Rückkehr nach Ravenroot Hall länger als geplant, doch hatte er den sicheren Weg durch die Ländereien der Blackrocks gewählt, und bei Blackrock Castle angekommen, stellte er auch fest, dass die Truppen der Blackrocks wohl endlich ausgehoben wurden.

Lord Robin von Ravenroot entschied sich für seine Rückkehr nach Ravenroot Hall dafür, dieselbe Küstenstraße zu verwenden, die er auch auf dem Hinweg genutzt hatte. Doch sollte dies kein risikoloses Unterfangen sein, auch wenn ihm letztlich das Glück hold war und er keine Repressalien durch Ironborn ausgesetzt war. Auf dem Weg stellte er fest, dass bereits Langboote der Ironborn angelandet waren und ein Lager, das für sicherlich mehrere hundert Mann ausreichend gewesen wäre, die Straße an der Stelle blockierte, an der Reisende gen Osten, Richtung Ravenroot Hall, abbogen. Doch war das Lager nur minimal besetzt. Lord Robin hielt sichere Distanz zum Lager und vermied jeglichen Kontakt. Er erkannte lediglich, dass sich unter mehreren Bannern und Fahnen zwei besonders herausragten: Das eine Zeichen zeigte zwei gelbe gekreuzte Klingen auf purpurnem Grund, das andere einen silbernen Schädel. Und es führten Fußspuren von einigen hundert Kriegern nach Südosten, in das Gebiet von Haus Springgrove.

Zurück in Ravenroot Hall unterhielt sich Ser Maron mit Thorren Flint über dessen Drillmethoden. Schnell stellte er fest, dass der alte Waffenmeister betrunken war. So verzichtete er darauf den Nordmann zu schelten und argumentierte stattdessen überzeugend, dass ein guter Drill zwar wichtig sei, die Männer aber noch genug Kraft zum Kämpfen bräuchten. Und so beschloss er sich mit Thorren beim Drill der Truppen abzuwechseln und so auch Thorren ein wenig von dessen Sorgen zu befreien.

Rhiannnon begegnete auf ihrer Rückkehr indes einem alten Bekannten: Ser Jonothor Fetchborough machte im Wald Jagd auf versprengte Ironborn. Er war von seiner alten Verwundung schwer gezeichnet, das halbe Gesicht vernarbt, die blutunterlaufenen Augen mit Augenringen verziert. Er war wortkärger als sonst, von seiner Freundlichkeit kaum noch etwas zu spüren, doch bot er der Reisenden Unterkunft in einem Lager seiner Soldaten. Dort fand sie den stets schlafenden, inzwischen abgemagerten Lord Willem Fetchborough vor. Auf ihrer weiteren Reise traf sie schließlich auf eine Gruppe aus vier Ironbornreitern. Drei von ihnen waren gerüstet und sie schienen ihren vierten, abgehalfterten Kameraden zum Weiterreiten überzeugen zu wollen. Rhiannon suchte das Gespräch, doch es eskalierte schnell und es stellte sich heraus, dass die Bewaffneten ihren geschwächten Freund zu schützen versuchten. Sie schafften es die junge Kriegerin zu verwunden und ihre Rüstung einzudellen, doch mussten sie alle für ihre tapferen Versuche mit dem Leben bezahlen. Schnell verfolgte Rhiannon den nun flüchtigen Ironbornreiter und holte diesen schließlich ein. Ihre gute Laune verflog, als sie ihren alten und neuen Gefangenen erkannte: Es war Rypere Tidebreaker, der von seinem Vater zur Sicherheit an die Küste geschickt worden war.

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