Fall and Rise of House Ravenroot

Das Turnier von Blackrock Castle

Akt I

Als die Ravenroots schließlich bei Blackrock Castle ankamen, ahnten sie nicht, welch schwerwiegenden Ereignisse ihnen noch bevorstanden: Hier würden sich die wichtigen und weniger wichtigen Herren des Flusses treffen und so manches Schicksal entschieden werden. Es war das Namenstagsturnier von Lord Steffon Blackrock.

Zuvor waren die Ravenroots an ihrem sumpfigen Stammsitz von ihrem Stammbaumforscher und Archivar Otto gebeten worden, ihm bei seinen Recherchen behilflich zu sein: Marons Großvater und Urgroßvatergeneration war erstaunlich schlecht dokumentiert worden, und insbesondere über Maelar Ravenroot gab es kaum sachdienliche Zeugnisse. Doch kannten die Flusslande eine möglicherweise fiktive Figur namens Mael, dem Blender und jede gute Geschichte basierte bekanntlich auf wahren Begebenheiten. Ein großes Turnier wie dieses lockte allerlei Menschenschlag an, und von den anreisenden Barden erhoffte sich der alte Forscher einige neue Erkenntnisse.

Für die Ravenroots waren, neben einigen treuen Dienern und Gardisten, Robin Ravenroot, Rhiannon Ravenroot, Ser Maron Ravenroot und seine dornischen Ritter, Nymeria Rivers, sowie ihr Waffenmeister Thorren Flint und ihr Mündel Makes Lannister gekommen. Doch auch die umliegenden Häuser sandten ehrenwerte Damen und Herren, um sie zu vertreten:

Das Spektakel begann mit einem Eröffnungsgelage und sollte am nächsten Tag mit dem Tjosten der Niederen Ränge und Heckenritter beginnen. Am nächsten Tag sollte die Hauptrunde mit den Hohen Lords und den qualifizierten Teilnehmern der Vorrunde stattfinden. Der letzte Tag würde mit einem großen Buhurt, dem Finale des Tjostens und einem großen Endgelage beschlossen werden.
Dem Sieger wurden, neben Glanz, Glorie und Gold, auch ein vorzügliches anderthalbhändiges Schwert vom Waffenschmied der Springgroves ausgelobt: Die Klinge war aus exzellentem Stahl, doch trotzdem glichen Griff und Verzierungen Bloodbeak, dem alten valyrischen Schwert der Ravenroots.

Es versprach ein schönes Turnier zu werden, doch wie die Götter so wollten, so trieben sie auch dieses Mal ein Spiel mit den Sterblichen.

Gleich beim Eröffnungsessen entkam Rhiannon einem Giftanschlag, nachdem Ser Jonothor sie durch eine Eingebung warnte. Stattdessen fiel ein angesehener Diener der Springgroves einer Vergiftung durch Wolfbane zum Opfer, die Edric Springgrove als Angriff der Ravenroots zu deklarieren versuchte. Unter Androhung eines Duells zog er seine Behauptung zurück. Die Präsentation des eroberten Blackrockschilds erntete den Ravenroots den Respekt des Hausherren, doch Lord Norton tadelte seinen Bruder für dessen Kurzsichtigkeit: Sollten die Eisenmänner Rache wollen, würde er nicht das Leben von Unschuldigen opfern, um die Geltungssucht der Ravenroots zu belohnen.

Der folgende Turniertag war geprägt von vielen mysteriösen Teilnehmern, die jedoch allesamt enttarnt werden konnten, doch zwei Teilnehmer stachen durch ihr Vordringen in die Hauptrunde hervor: Der Schwarze Ritter und ein Ritter mit dem Wappen eines Adlers, der eine Schlange in seinen Klauen trägt. Hinter den Kulissen wurden allerlei Wetten abgeschlossen (wo Makes Lannister profitierte) und ein inoffizielles Bogenschießturnier veranstaltet (was Ser Jonothor gewann). Die Stimmung war gut und die Anwesenden und Wettquoten waren allesamt der Meinung, dass der Turniersieg Ser Gerald Orlych gehören würde.

Auch diese Nacht war alles andere als ruhig: Nymeria Rivers wurde während eines nächtlichen Spaziergangs von Unbekannten verprügelt und nur durch ein schnelles Eingreifen von Rhiannon entkam sie beinahe unverletzt. Auch der Attentäter, seine Hände gerötet, wie nach dem Hantieren mit Wolfsbann, konnte fliehen, doch sein Komplize wurde gefasst und konnte die vermeintliche Identität des Täters bestätigen: Marek Blackrock, seines Zeichens Knappe bei Lord Norton Springgrove. Beinahe wäre es erneut zu einer Fehde gekommen, nur Ser Damian Blackrocks Besonnenheit konnte die Wut der Ravenroots zügeln.

Die Hauptrunde des Tjostens wurde von Ser Edmure Tully und dem mysteriösen Adlerritter eröffnet, die Letzterer mühelos für sich gewann. Auch Ser Maron und der Schwarze Ritter gewannen ihre jeweiligen Runden, während Thorren Flint sich Ser Gerald Orlych nach hartem Kampf geschlagen geben musste. Inmitten der Kämpfe machte Makes Lannister ein bekanntes Gesicht in der Menge aus: Marek Blackrock. Er beschloss schnell zu handeln und den jungen Knappen festzusetzen. Entkommen konnte ihm dieser nicht, doch stolperten beide den Hang Richtung Turnierfeld hinunter, wobei Marek vom Pferd eines Heckenritters erfasst und totgetrampelt wurde.

Auch Robin Ravenroot hatte kein Glück. Nachdem er sich zunächst nach fulminantem Kampf einer von Marons dornischen Reiterinnen geschlagen geben musste, konnte er zunächst vom Ausstieg des trauernden Damian Blackrock profitieren. Prompt musste er gegen den favorisierten Ser Gerald Orlych antreten, und entschied diesen Kampf auf tragische Weise für sich: Unbekannte hatten seine Turnierlanze mit einem scharfen Exemplar ausgetauscht, wodurch Ser Gerald im vollen Galopp aufgespießt und getötet wurde.

Lord Blackrocks Wut hätte Makes Lannister beinahe seine Unversehrtheit gekostet, und nur Robins und später Leons Fürsprache konnten ihn vor Schlimmeren bewahren. Robin hingegen konnte die Ansichten des alten Kriegers nicht teilen und beleidigte diesen aufs Gröbste. Beinahe wäre es zum Duell gekommen, doch nach Einschreiten von Ser Maron und Ser Damian einigte man sich darauf, sich öffentlich zu versöhnen und die Wut im Buhurt auszulassen.

Das Tjosten hingegen wurde fortgesetzt, um das anwesende Volk nicht zu verstimmen. So kam es, dass Ser Robin gegen seinen Onkel Lord Norton Springgrove antreten musste, und diesem knapp unterlag. Der Schwarze Ritter konnte Rhiannons Nemesis, Leon Lannister, in einem sehenswerten Kampf besiegen, nachdem zuvor Maester Pygmalion und Makes mit den anwesenden Barden einen Spottgesang gegen den stolzen Lannister aufführten. Ser Maron kämpfte indes gegen den anderen geheimnisvollen Ritter mit dem Adler- und Schlangen-Wappen und besiegte ihn. Der Unbekannte nahm daraufhin selbst seinen Helm ab und enttarnte sich auf eigenen Wunsch: Es war Lord Tyren Moorland. So kam es, dass Ser Maron anschließend gegen seine eigene Schülerin in der schwarzen Rüstung antreten musste. In einem sehenswerten Kampf mit vierzehn Lanzengängen unterlag er seiner Nichte. Als er ihre Identität erkannte war jedoch jede Verärgerung verschwunden und er freute sich, dass doch noch ein Ravenroot würde Lord Norton düpieren können.

Das Gelage am Abend verlief recht ereignislos. Nur der alte Fetchborough ließ wie üblich seine Hühnchenknochen fallen. Und erblasste. Am nächsten Morgen waren er, sein Sohn und das Gefolge bereits abgereist und nur der jüngste, Ser Jonothor war übrig geblieben, um die Familie zu vertreten.

An diesem Tag sollte auch der Buhurt stattfinden, von einigen auch “die große Keilerei” genannt. Die bei den Blackrocks vorgestellte Variante nannte sich “König des Hügels” und Ziel der beiden Mannschaften war es, einen ihrer Teilnehmer lange genug auf einer kleinen Plattform inmitten eines Wassergrabens zu postieren. Der Veranstalter schaffte es tatsächlich die Mannschaften so zu organisieren, dass letzten Endes ein Verbund von Ravenroots, Lannisters und Dornischer gegen einen Trupp der Blackrocks, verstärkt durch Byron Rivers und Jon Longhour antrat. Ser Robin Ravenroot und Lord Steffon Blackrock machten Buhurt zu ihrer Bühne, um ein persönliches Duell auszutragen. Mit Einsatz seines gesamten, diskussionswürdigen Könnens, besiegte Ser Robin den alten, einarmigen Lord Blackrock, der, entgegen allen Gepflogenheiten, solange kämpfte, bis er mit schweren Verletzungen das Feld räumen musste. Indes machte Makes Lannister großen Eindruck auf alle die ihn kannten, als er sich persönlich auf Jon Longhour stürzte. Letzten Endes musste er sich zwar geschlagen geben, da die Brigandine des jungen Lords sich als undurchdringbar erwies, doch erntete er großes Lob von seiner Gastfamilie und seinem Vetter. Dieser hatte in der Zwischenzeit gemeinsam mit Thorren Flint den gefürchteten Redhammer besiegt, was beiden Ruhm und Anerkennung brachte. Fast untergegangen ist hingegen die souveräne Vorstellung von Ser Maron Ravenroot, der eigenhändig vier Blackrock-Gardisten aus dem Buhurt ausscheiden ließ und Byron Rivers im letzten Moment am Sieg hinderte. In diesem Moment wurde der Buhurt zugunsten der Ravenroots entschieden und jeder Teilnehmer ihrer Mannschaft wurde mit Anerkennung und einem glitzernden Golddrachen beglückwünscht.

In einer kurzen Erholungspause erhielt Ser Maron von Lady Lysa Blackrock ein wenig bekanntes Buch, aus dem sie ihrem verstorbenen Sohn immer vorlas: Geschichten und Erzählungen aus den Flusslanden
Auf Bitten der Lady, beschloss der alte Ritter mithilfe seines Maesters noch das Lesen zu lernen, und ihr so bald wie möglich zu schreiben, welche Geschichte ihn am meisten inspirierte.

Anschließend stand das Finale des Tjostes an: Der geheimnisvolle Schwarze Ritter gegen den edlen Lord Norton Springgrove. So wurde alles vorbereitet. Die Teilnehmer rüsteten sich, das Turnierfeld nochmal gesäubert und der Hauptpreis in einem bewachten Zelt hinter der Tribüne deponiert. Alles war bereit, bis plötzlich Nymeria Rivers und, von ihr gewarnt, Ser Maron Ravenroot ein sich schnell vergrößerndes Feuer im Zuschauerbereich, auf der anderen Seite des Turnierfeldes, bemerkten.

Es zeigte sich, dass Brandstifung im Spiel war. Ser Maron machte sich sofort auf die Suche nach dem Täter und ertappte ihn auf frischer Tat. Entschlossen überwältigte er den Fremden, der dem Äußeren nach aus Braavos stammen musste und ließ ihn in der nahen Burg als seinen Gefangenen einkerkern. In der Zwischenzeit griff das Feuer weiter um sich. Das Publikum ergriff schreiend die Flucht, die Blackrock-Gardisten versuchten unter Führung von Ser Damian die Ordnung wiederherzustellen. Das Finale des Tjostes wurde kurzerhand verschoben. Die Lage war chaotisch, doch nicht hoffnungslos, als Nymeria plötzlich Geräusche aus dem Schatten der Tribüne vernahm. Schnell sprang sie auf der anderen Seite hinunter und sah, wie eine Person in ein Zelt gezogen wurde: Das Zelt, in dem die Blackrocks den Turnierpreis bewachten. Vorsichtig versuchte sie sich ein Bild von der Situation zu machen und erkannte, dass vier Unbekannte in Blackrock-Wappenröcken und einer Kiste das Zelt verließen. Mutig stellte Nymeria die Fremden zur Rede. Eingeschüchtert von ihrer Entschlossenheit ließen die Räuber ihre Tarnung fallen, wähnten sich aber im Vorteil. Der Anführer der Männer, allesamt Braavosi, zog seine Waffen und griff die Bastardin an, wobei er ihrem Armbrustbolzen souverän auswich. Einer seiner Komplizen gab ihm Rückendeckung, während die beiden anderen mit der Truhe flohen.

Doch Ser Robin war seiner Cousine heimlich gefolgt und griff, für die Fremden überraschend, in den Kampf ein. Er zog die Aufmerksamkeit des Anführers auf sich und ermöglichte es Nymeria die anderen zu verfolgen. Es kam zu einem herausfordenden Kampf, bei dem Ser Robin ausgiebig das Blackrockzelt als Ablenkung nutzte, während der Braavosianführer von seiner hohen Beweglichkeit Gebrauch machte. Beide waren schon schwer verletzt, als plötzlich der Schwarze Ritter in den Kampf eingriff und den flankierenden Komplizen mit einer Turnierlanze fällte. Seines Vorteils beraubt, in einer aussichtslosen Situation, ergriff der Braavosianführer die Flucht, aber konnte dem Schwert des Schwarzen Ritters nicht entkommen. Sein Schädel wurde vom Schwert des Reiters zerschmettert. Ser Robin versorgte den niedergerittenen Räuber notdürftig und ließ ihn in sein Lager bringen, vermutete er doch, dass dieser Mann für Moorland arbeiten würde.

In der Zwischenzeit beobachteten Nymeria und Makes, wie die Braavosi mit der Truhe vor einem Trupp von Lord Moorland anhielten und von Byron Rivers kurzerhand erschlagen wurden. Nachdem sich die Situation etwas entspannt hatte, übergab Lord Moorland die Truhe an den Erben von Blackrock Castle und entschuldigte sich dafür, die Deserteure aus seiner Truppe auf dem Land der Blackrocks zur Rechenschaft gezogen zu haben. In einem vertraulichen Gespräch zwischen Ser Robin und Lord Tyren kam es beinahe zum Streit, doch einigte man sich darauf den gefangenen Deserteur gegen Gold auszuliefern und weitere ernsthafte Gespräch auf Lord Moorlands Turm zu führen.

Nachdem die Situation bereingt war, konnte letztlich das Finale des Turniers stattfinden. Und so ritt der Schwarze Ritter gegen Lord Norton Springgrove. In einem sehenswerten Duell konnte sich der Schwarze Ritter letztlich durchsetzen, und erhielt unter großem Jubel von Ser Edmure Tully das versprochene Bastardschwert und zehn Golddrachen, sowie weitere Kostbarkeiten zum Ruhme seines Hauses. Und unter noch viel größerem Jubel und Verwirrung, gab sich der Schwarze Ritter endlich zu erkennen:

Rhiannon Ravenroot war die Siegerin des Turniers von Blackrock Castle, zu Ehren des Namenstages von Lord Steffon Blackrock.

Beim abschließenden Festessen wurde auf das Wohl der Teilnehmer und Sieger angestoßen und feierlich verkündet, dass, mit dem Segen des gnädigen Ser Edmure Tully, eine neue Verbindung zwischen den Häusern Blackrock und Springgrove geknüpft werden sollte. Und so wurde die liebliche, schüchterne Elena Blackrock an Edric Springgrove versprochen und ihre Heirat würde in einem Jahr auf Swans Nest vollzogen werden. Während der Saal anerkennend klatschte, verließ Lord Tyren Moorland unverrichteterweise den Festsaal und brach sofort auf. Nur Ser Jonothor Fetchborough nickte verstehend. Zum Abschluss mischte sich Ser Robin in die Reihe der Gratulanten und richtete der jungen Frau aus, dass, egal was in Zukunft passieren würde, würde sie im Kreise der Ravenroots immer willkommen und sicher sein.

Nach vier intensiven und aufregenden Tagen, machte sich das Haus Ravenroot, zusammen mit Ser Jonothor Fetchborough, wieder auf den Weg in Richtung des heimischen und vertrauten Sumpfs. Würden sie dort Ruhe finden?

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AbEnd

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